.
Der Spiegel ist mit dem Begriff Verschwörungstheoretiker schnell bei der Hand. Man sollte bei SPON mal schauen ob die eigenen Beiträge über Putins angebliche Absichten nicht selbst ins Reich der Verschwörungstheorien gehören oder noch schlimmer bewusste Irreführung des Lesers sind. Ich habe früher den Spiegel immer für ein seriösese Magazin gehalten.

Hier ein Artikel von Flegel.de
Ein Linker löst Empörung bei den deutschen Medien aus. Behauptet er doch tatsächlich, die deutschen Medien würden inzwischen von den US-Geheimdiensten gesteuert und das auch noch gegenüber einem russischen Radiosender.

Spiegel Online (SPON) äußert sich dann auch in einem Artikel zu den Äußerungen des Linken Dieter Dehm am 17.04.2014 recht empört. Doch dabei belässt es SPON nicht, sondern fügt auch noch einen Seitenhieb gegen die Leser ein, die sich in Kommentaren anders äußern, als es der öffentlichen Meinung lieb ist. SPON macht sie zu "Verschwörungstheoretikern".
Der Spiegel macht es sich einfach. Was Dieter Dehm äußerte, mag ja überspitzt gewesen sein, aber völlig von der Hand zu weisen ist es auch nicht, denn die Einflüsterungen durch die Geheimdienste in Politik und Medien sollten auch SPON nicht völlig unbekannt sein. . Allerdings glaube ich auch, dass es dazu auch der Zustimmung der "Pressezaren a la Springer oder Bertelsmann" bedarf, die vermutlich ihrerseits Einfluss auf die Geheimdienste haben und nutzen.

Wenn Leser dann in ihren Forenbeiträgen zum Thema Ukraine und Russland eine divergente Auffassung zur Berichterstattung haben, diskreditiert SPON sie in diesem Beitrag als Verschwörungstheoretiker. Das macht es SPON leicht, alle dem Inhalt der Veröffentlichung entgegengebrachten Argumente vom Tisch zu wischen. Aber vielleicht sollte man sich in den Redaktionsstuben der Presse mal Gedanken darüber machen, ob die Berichterstattung zu den Vorgängen in der Ukraine und den dargestellten und unbewiesenen Äußerungen über Putins Absichten nicht selbst als Verschwörungstheorien zu sehen sind.

Aber Begrifflichkeiten können ihren Sinngehalt mitunter ändern. Verschwörungstheoretiker, eigentlich als Schimpfwort etabliert, verliert allmählich seine abschreckende Wirkung, weil sich dummerweise immer mehr der zuvor als Verschwörungstheorien abgestraften Meinungen als sachlich richtig erwiesen haben. Es ist überhaupt seltsam, wie sich in der Sprache Begriffe etabliert haben, die als Schimpfworte betrachtet werden. So wird z. B. das "Gutmenschtum" oder die "Gutmenschen" als Beschimpfung angesehen und vor allem auch in Leserforen gerne verwendet.
Der Terminus "Gutmenschentum" soll ironisch übersteigertes Moralempfinden und Naivität persiflieren. Aber die "Ironie" ist wohl auf der Strecke geblieben. Dieser Begriff wird als Schimpfwort verwendet und ich denke, von den meisten dazu ohne Ahnung, warum es mit diesen Begriff überhaupt geht. Welche Alternativen bleiben? Wer also kein "Gutmensch" ist, outet er sich nicht indirekt dahingehend, dass er entweder ein gleichgültiger oder gar ein schlechter Mensch ist? Sicher, auch ich glaube, dass der Glaube an das Gute im Menschen naiv ist, aber man sollte es doch zumindest anstreben.

Mit der Verschwörungstheorie verhält es sich ähnlich. Es ist zunächst einmal eine theoretische Betrachtung von Ereignissen, wenn Zweifel an der öffentlichen Darstellung auftauchen, während Indizien eigentlich in eine andere Richtung weisen. Manchmal versuchen Leute, auf Fehler in der offiziellen Darstellung hinzuweisen und bringen Fakten oder Überlegungen zu dem Thema.
Ein typischer Fall einer solchen Verschwörungstheorie ist der 11.09.2001, dessen Ablauf lt. öffentlicher Darstellung von ernstzunehmenden Physikern, Statikern und weiteren Fachkräften angezweifelt werden. Aber Zweifel an der offiziellen Darstellung machen diese Leute automatisch zu Verschwörungstheoretikern, denn sie haben keine Möglichkeit, Untersuchungen einzuleiten oder auch nur Einblick in die vorhandenen Untersuchungsergebnisse zu erhalten.

Aber ich bin mal wieder ein wenig vom Thema abgeschweift. Ich unterstelle einmal, dass auch die Spiegel-Redakteure das Interview des NDR mit Gabriele Krone-Schmalz gesehen haben, auch wenn die Berichterstattung der Medien incl. SPON sich davon nicht hat beeinflussen lassen. Schon in ihrer Anfangsargumentation verwies Frau Krone Schmalz auf § 7 des geplanten Assoziierungsabkommens, der die militärische Zusammenarbeit der EU mit der Ukraine betrifft, was gleichbedeutend mit einer weiteren Repräsentanz der NATO ist.

Ob USA, EU oder Russland, alle haben geostrategische Interessen und wen wundert es, dass das Interesse Russlands an einem geostrategischen Knotenpunkt direkt vor der Haustüre wenig bis kein Interesse daran hat, einmal mehr die NATO dort stationiert zu wissen.

Das Freund/Feind-Schema aus Tagen des kalten Krieges funktioniert wohl nicht mehr so ganz, vor allem deshalb nicht, weil die USA den Bonus, den sie lange Zeit hatten, verspielt haben.

Wer ein Konzentrationslager wie Guantanamo unterhält, Gefangene foltern lässt, Kriege mit Lügen (IRAK) oder wie in Afghanistan ohne UN-Mandat beginnt oder mit unbemannten Drohnen willkürlich auf Basis unbewiesener Behauptungen in fremden Ländern Leute töten lässt, der hat aus Sicht einer immer größer werdenden Zahl deutscher Bürger den Heiligenschein der "Befreier" verloren. Dabei scheint Guantanamo nicht das einzige als Gefangenenlager bezeichnete Konzentrationslager der Amerikaner im Verbund mit den Briten zu sein. Auf Wikipedia ist zu lesen:

Im August 2003 wurde bekannt, dass auf Diego Garcia ein Gefangenenlager nach dem Vorbild von Guantánamo Bay auf Kuba angelegt wurde. Der Washington Post zufolge wurden in dem kaum bekannten Lager mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen gefangen gehalten. Bis zur zufälligen Enttarnung des Lagers handelte es sich anders als bei Guantánamo um ein komplett geheim gehaltenes Lager. 

Was der deutschen Presse heute offenbar fehlt, sind Vollblut-Journalisten von der Art einer Gabriele Krone-Schmalz, Journalisten, die nicht nur abschreiben. sondern Fakten recherchieren und auf Basis dieser Fakten berichten. Sofern sie das dürfen, was ich wiederum bezweifle, wenn ich mir ansehe, welche Leute die gesamte Presselandschaft beherrschen.
Wie aber sieht dieses Assoziierungsabkommen eigentlich aus? Was beinhaltet es und was bringt es für den Teil Bevölkerung der Ukraine, dem es noch nicht gelungen ist, Millionen oder gar Milliarden auf die Seite zu schaffen. Dazu habe ich mal eine Betrachtung des Abkommens seitens der SPD-nahen Friedrich Ebert Stiftung angesehen, eine Schrift, die vor den derzeitigen "Irritationen" in der Ukraine entstanden ist. DCFTA steht dabei für Deep and Comprehensive Free Trade Area, was ich mit tief greifendes und umfassendes Freihandelsabkommen übersetze.

Freihandel deutet auf freien Handel hin, was ja eine wunderbare Sache wäre, wenn das auch politisch so verstanden und umgesetzt würde. Aber die EU ist ja eine solche Freihandelszone und wenn ich mich in Deutschland so umsehe, dann hat dieser Freihandel für die Einwohner, die keine großen Unternehmen besitzen, eigentlich nur eine erhebliche Absenkung der wirtschaftlichen Möglichkeiten in Form von Lohndumping, Privatisierung, Zerstörung der sozialen Systeme und hohe Arbeitslosigkeit gebracht, Umstände, die trotz aller Schönrederei der Politik und aller Schönrechnerei der Wirtschaftsinstitute und der statistischen Ämter immer mehr Menschen betrifft.
Hier weiterlesen:
http://www.flegel-g.de/


Gruß Hubert